Zwischen Corona, Silvester und Neujahrshoffnung
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Zwischen Corona, Silvester und Neujahrshoffnung

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Diese Kolumne gibt die subjektive Meinung der Autorin wieder.

Warum 2020 trotz der Pandemie nicht nur schlecht für mich war und was ich aus Telefonaten, Deutschlandtrips und Zu-Hause-Bleiben gelernt habe.

2020 war für uns alle ein komisches Jahr und für viele auch ein schwieriges. Ich habe mir wie die meisten einiges anders vorgestellt, als es schlussendlich gelaufen ist: Ich habe bisher nur ein einziges Semester normal studiert und hatte eigentlich gehofft, im Sommer noch viele neue Menschen kennenzulernen, auf Partys und auf Konzerte zu gehen. Vielleicht mit Freund*innen in den Urlaub zu fahren. Aber vor allem das Uni-Gebäude zu betreten statt nur auf meinen Bildschirm zu starren.

Eigentlich macht der Dezember immer wieder gut, was das Jahr bis dahin verbockt hat, aber auch das hat nicht geklappt: Ohne Weihnachtsmärkte kam nicht wirklich Stimmung auf, Weihnachten mussten wir im kleineren Kreis feiern und Silvester fällt wahrscheinlich ganz flach – dabei ist das mein Ritual, mit Altem abzuschließen und Neues zu feiern.

Rückblick

Letztendlich war mein 2020 aber auch nicht nur schlecht und ich möchte auch nicht mit dieser Einstellung ins neue Jahr starten, sondern lieber auf die guten Dinge zurückblicken. Ich schreibe mir jedes Jahr an Silvester auf, was ich im vergangenen Jahr erlebt habe und in Erinnerung behalten möchte und vor allem was ich gelernt habe. Und auch, wenn sich das dieses Jahr nicht so gut anfühlt, werde ich es wieder machen – denn ich will nicht mit dem Gefühl ins neue Jahr gehen, dass 2020 verschwendet oder komplett negativ war.

Die schönen Erlebnisse

Ich habe meine Freund*innen zwar weniger in echt gesehen, aber dafür mit vielen von ihnen besseren Kontakt gehabt. Irgendwie hat Corona uns daran erinnert, dass Telefonieren gar nicht so schlecht und vor allem auch gar nicht so schwer ist. Und dann habe ich das einfach gemacht und so auch Menschen aus der Heimat und aus anderen Teilen von Deutschland viel öfter gehört und gesprochen als sonst.

Im Sommer war mein Leben eigentlich gar nicht so anders. Ich habe mit einem Bier am Rhein und im Hofgarten gesessen. Habe draußen für die Uni gelernt und laue Sommernächte genossen. War im See schwimmen und sogar für ein paar Tage im Urlaub. Klar, ich hatte mir eine andere Reise vorgestellt als es dann geworden ist – Mittelmeer statt Städtetrip in Deutschland – aber es war trotzdem schön. Ich habe mit meinem Freund Ausflüge in die Berge gemacht und mich gefragt, warum ich das in den letzten Jahren nicht schon ausprobiert habe: Das ist wie Urlaub für einen Tag. Und auch, wenn das furchtbar kitschig ist und ich es immer hasse, wenn meine Oma das sagt: Man muss nicht immer weit weg fahren um schöne Natur und schöne Städte zu sehen. Und ohne Corona hätte ich das vielleicht nicht zu schätzen gelernt.

Ausblick

Natürlich hoffe ich, dass 2021 ein besseres, ein freieres Jahr wird. Ich habe Pläne und wenn die nicht klappen, werde ich enttäuscht sein. Aber ich habe dieses Jahr auch gelernt, dass es dann trotzdem kein Weltuntergang sein wird. Etwas anderes wird entstehen und ich werde trotzdem viele tolle Momente erleben können. Und außerdem habe ich die Hoffnung und Zuversicht noch immer nicht verloren, dass die Menschheit Corona im nächsten Jahr vielleicht nicht besiegen, aber zumindest in  den Griff bekommen wird. Und dann kann ich zwar wahrscheinlich noch nicht wieder auf Konzerte und Festivals gehen, aber zumindest mit Freund*innen wieder am Rhein sitzen, WG-Partys feiern und sehe die Uni auch mal wieder von innen.